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Tony Player und Twones im Club: “Kannst Du mal XY spielen” 2.0
Kennt jeder DJ: Clubgäste, die unbedingt die Nummer XY hören möchten und diesen Wunsch mehrmals pro Abend an den DJ herantragen. Tun das viele Gäste, wird es schwierig für den Plattendreher. Will er doch das spielen, was die Leute mögen, und trotzdem ein kohärentes Set aufbauen. Tony Player ist eine erste Idee, dieses Dilemma zu überwinden. Das Tool überträgt via Bluetooth Playlists der Gäste zum DJ, die sie auf dem neuen Onlineportal Twones (haben wir bereits hier vorgestellt) erstellt haben. Die Twones-Playlists sind Metadaten und generieren sich aus diversen Portalen (iTunes, YouTube, Last.fm, MySpace etc.). Hat der Clubbesucher diese Daten auf seinem Handy und sein Bluetooth an, gelangen sie in die Playlist des DJs. Dieser sieht, was der “vernetzte” Gast zuletzt gehört hat. Und wenn er aus dessen Liste einen Track auswählt, dann wird das nicht nur akustisch, sondern im Idealfall auch visuell dargestellt. Zum Beispiel auf einer Leinwand, auf der der entsprechende Clubbesucher mit Usernamen und Profilbild gezeigt wird.
Tony Player wurde auf dem Amsterdam Dance Event der Öffentlichkeit vorgestellt und könnte (wenn eine kritische Masse erreicht wird) ein ganz großer Spaß für die Clubszene werden. Und hat sogar Flirtpotential: “Was? Den Track hast Du in Deiner Liste? Du bist ja cool.” Und schon kommt ihre Handynummer auf sein Display. Bluetooth ist ja an…
Video: Spotify – music flatrate, demnächst auf Deiner Party!
Spotify – the story from Spotify on Vimeo.
Eigentlich wollen wir hier gar nicht über neue Onlineplattformen schreiben, dafür gibt es andere Blogs. Aber wenn ein Angebot so bahnbrechend ist wie das hier, dann müssen wir uns eine Ausnahme zugestehen. Spotify kommt aus Schweden und ist nicht mehr und nicht weniger als eine digitale Musik-Flatrate. Gestern noch diskutiert, heute schon da. Die Software lädt man sich runter und bei Webanbindung hat man Zugriff auf die Welt der Musik – alle Tracks in voller Länge, entweder werbefinanziert oder per Subskriptionsmodell. Momentan noch in Beta. Wir haben einen der begehrten Zugänge bekommen und stellen fest: Hammer. Aktueller Top-Kandidat für die zukünftige Gestaltung des Musikprogramms auf Privatpartys. Gebrannte CDs und illegal zusammengesuchte Tracks von der Festplatte: goodbye. Und was wird aus iTunes?
Touchscreens: Bald auch in Bars und Clubs?
TUI – das steht nicht nur für einen großen Reiseanbieter, sondern auch für tangible user interfaces, nach Wikipedia-Definition “eine anfassbare Benutzerschnittstelle, die einem Computerbenutzer die Interaktion mit der Maschine durch physikalische Objekte erlaubt.” Kennt man schon aus diversen Science-Fiction-Filmen wie The Island, aber auch von Microsofts neuem Computertisch Surface. Jetzt ziehen die TUIs langsam, aber sicher in die Gastronomie ein: Das Londoner Restaurant Inamo beispielsweise verfügt bereits über solche Touchscreen-Tische, die nicht nur schöne Lichteffekte in den Raum zaubern, sondern zum Bestellen von Essen und Getränken genutzt werden können, zum Spielen oder zum Aufrufen lokaler Szenenews. Ein schicker, aber nicht gerade günstig einzubauender Spaß. Doch auch kleinere Lösungen tauchen bereits auf – zum Beispiel der Epos-lite von Produktdesigner Stephen Allport. Ein iPod-ähnliches, mobiles Eingabegerät mit dem Gäste auf elegante Weise zum Beispiel das Menü oder Getränke ansehen und bestellen können. Hier wird die Sache schon praktikabler, auch und gerade für die eher getränkeorientierte Gastronomie wie Clubs und Bars. Wir werden in der nahen Zukunft viele solcher Lösungen in der Szenegastronomie auftauchen sehen – wenn Sie weitere Beispiele kennen, schreiben sie uns!
Foto Inamo: Flickr, Phil Hawsksworth
picnic 2008 im Amsterdam: digitale Zukunft live!
virtualnights war dieses Jahr zum ersten (und sicher nicht zum letzten) Mal auf dem picnic in Amsterdam, einer Mischung aus Barcamp und Konferenz für die digitale Zukunft. Der Claim “Create the future” wurde wahrhaft beherzigt: Von Fablabs über Bridge Blogging-Projekte hin zu digitalen Stadtprojekten wurde verdeutlicht, wie sehr digitale Netzwerke unseren zukünftigen Alltag bestimmen werden – überall.
Unter dem Claim “The Internet of Things” wurden beispielsweise zwei Geschäftsmodelle vorgestellt, die das Web mit einem physischen Produkt verbinden: Michael Tchao von Nike + stellte vor, wie Nike mit seinem Laufschuh über den iPod als Laufdatenspeicher zur weltgrößten Läufer-Community geworden ist, indem sich die Jogger in reellen (z.B. Freundeskreise) und virtuellen Teams (wer ist sportlicher – Nord- oder Südlondon?) organisieren. Rafi Haladijan von Violet ist Erfinder des längst weltberühmten Internethasen Nabaztag und stellte auf der Konferenz seine nächste Entwicklung vor: den Mirr:or. Das ist ein “Spiegel”, der jeden Gegenstand über sogenannte Ztamps, das sind Etiketten mit der neuen, auf der Veranstaltung omnipräsenten RFID-Technik, mit dem Web verbinden kann – ein Regenschirm, der Wettervorhersagen machen kann, Toaster, die Bilder aus dem Web aufs Brot bräunen… das Web wird zu einer digitalen Haut, einem Layer, der sich über unser Leben legt. Kein Einloggen mehr, sondern Reinschlüpfen. Sehr interessant und im Detail hier nachzulesen.Besonders interessant für uns natürlich die Themen Social Communities und Music. Kannten Sie schon den Begriff “frienden”? Damit wird die Tätigkeit des Freundemachens (-produzierens) im Web beschrieben. Auf die mitunter inflationären Ergebnisse des “friendens” – wer sind eigentlich noch meine Freunde, wenn ich Tausende von Leuten “adde”? – ging Matt Jones von Dopplr ein. Hier seine Slideshow.
In Sachen Musik wurde die Zukunft in 12 bis 18 Monaten geradezu festgenietet: Dann nämlich, da ist Futurist Gerd Leonhard sich sicher, wird die digitale Musikflatrate da sein. Mit jedem Handyvertrag gibt es unlimitierte, DRM-freie Musik dazu. Das persönliche Radio fürs Mobiltelefon. Hier seine Präsentation.
Last but not least unbedingt angucken: Twones, ein neuer, übersichtlicher Weg, seine Musik online zu organisieren – selbst eine MySpace-Playlist ist möglich und eines der überzeugendsten Webmusic-Angebote seit Last.fm.
Viele weitere Vorträge, Workshop-Summarys, Videos und Bilder sind auf der picnic-Seite zu sehen und zu lesen – schauen Sie mal rein! Unser Tipp für alle, die mal eine inhaltlich spannende und atmosphärisch entspannte Web-Konferenz erleben wollen: nächstes Jahr picknicken gehen!
www.picnicnetwork.org
Hot or not: In welcher Festival-Area geht gerade die Post ab?

In welcher Area ist gerade die beste Stimmung? Die Gretchenfrage. Große Events und Festivals muten oft an wie Bahnhofhallen – ein Schieben und Drängen, ständiges Kommen und Gehen. Der Grund: Die Angst, irgendwo etwas zu verpassen, treibt die Leute von Area zu Area. Oft sind lange Laufwege nötig, um dann festzustellen, dass es im jeweiligen Bereich gerade eher mau zugeht. Also: weiterziehen.
Abhilfe schaffen will Hot or not: ein Tool, das erstmals auf dem Lowlands Festival 2008 in den Niederlanden vorgestellt wurde. Die Besucher konnten sich ein Voting-System auf ihre webfähigen Handys runterladen und per Absetzen einer Stimmabgabe (kostenloses WLAN auf dem Gelände, übrigens) andere Besucher wissen lassen, ob die Area, in der sie sich gerade befinden, eben hot or not ist. Die Votings wurden zusammengerechnet und in Echtzeit auf den Lowland Heatmaps angezeigt, die überall auf dem riesigen Areal platziert waren. Das Stauproblem auf Events wird damit eher nicht gelöst, aber wenigstens geht am Ende des Staus garantiert die Post ab!
Crowdsearching: Unser neues Suchtool “Wanted!” bindet User ein
Seit einigen Tagen ist unser neues, usergeneriertes Suchtool Wanted! online. Auf den über 4 Millionen Partybildern, die sich mittlerweile angesammelt haben, können unsere User mit Hilfe der anderen Community-Mitglieder eine Person finden. Crowdsearching, sozusagen. Man kennt das ja: Eine interessante Person auf einer Party gesehen, aber nicht angesprochen. Dann sieht man das Bild der Person in der Fotogalerie des Events und weiß immer noch nicht, wer sie oder er ist. Bis jetzt jedenfalls. Denn mit einem Klick auf das Bild kann ein Bildauschnitt gewählt werden und die gesuchte Person wird in unserer neuen Suchgalerie als “Wanted!” angezeigt. Andere User, die die gesuchte Person kennen, können sowohl die Suchenden als auch die Gesuchten anschreiben und ihnen weiterhelfen.
Das Tool hat sehr schnell Anklang in der Community gefunden – so mancher erfolgreicher Kontakt wurde mit der usergenerierten Suchfunktion bereits hergestellt. Das freut uns natürlich sehr! Hier geht es zur Wanted!-Galerie:www.virtualnights.com/community/wanted
Update: Netzwertig, bigtrends und marketeers&pioneers stellen ihren Lesern unser Wanted!-Tool vor. Danke!





