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Foursquare: Das Nightlife wird zum Videospiel!
Dennis Crowley, der schon die mobile Community Dodgeball in den USA hochgezogen hat, verwandelt die Samstagnacht jetzt in ein Videospiel: Auf Foursquare, einer mobilen Applikation für iPhone und Blackberry, können die User ihre Freunde wissen lassen, wo sie ausgehen und Locationtipps geben (ähnlich wie bei uns auf virtualnights). Der Clou: Je mehr Orte sie besuchen, desto mehr Punkte gibt es. Wer einen Nightlifespot am häufigsten besucht hat, wird “Bürgermeister” (mayor) der Location. Momentan läuft Foursquare noch in private beta – man darf gespannt sein, wie es sich entwickelt.
Greenhouse Nightclub New York: Öko meets Premium-Style
Das ist doch sehr ansehnlich: Über zwei Etagen und 6.000 Quadratmeter erstreckt sich der neue Greenhouse Nightclub in SoHo, New York City. Mit Lounge, Dancefloor und mehreren Bars ausgestattet, ist er der erste nachhaltig gebaute Club Amerikas und wurde ausschließlich aus wiederverwertetem oder wiederverwertbarem Material hergestellt. Nach Öko sieht er aber nicht aus – ganz bewusst: Architekt Antonio Di Oronzo: “Ziel war, nicht einfach ein Gewächshaus abzubilden, sondern eine Landschaft im Innenraum zu gestalten.” Die Wände und Decken wurden durch lasergeschnittene, runde Strukturen verkleidet, die aus Vinyl und Buchsbaum bestehen. Insgesamt 2.500 Lichtpunkte mit LED-Technik wurden eingesetzt. 5.000 Kristalle (4 cm Durchmesser) hängen wie Wassertropfen von der Decke. Der Clou: Sie vibrieren leicht mit dem Schalldruck der Musik. Auf die Glasflächen im Barbereich werden Natur-Szenerien projiziert.
Ach ja, gefeiert wird hier auch. Die Vorreiter der Ökobewegung haben hier bereits die Hüften geschwungen: Al Gore, Bono von U2 und Prinz Albert von Monaco waren schon da.
Neuer Club: Royal Bambi, Dortmund
Das Versteck im Hoeschpark ist Geschichte, jetzt heißt der Club Royal Bambi und geht optisch (Landhaus-Charme, Glitzerwald mit Diskokugeln, Purpurfarben), akustisch (abgehängte, wellenförmige Decken) und konzeptuell (auch unter der Woche geöffnet, SB-Biergarten im Sommer) eigene Wege. Wir freuen uns auf gute Partys! Alles zum Bambi in unserer umfangreichen Beschreibung des Clubs hier.
Wissen macht Uh-oh: Secret Science Club in New York
Ablegen unter Superidee: Während bei uns höchstens mal Recruitingbörsen in Bars und Lounges verlegt werden, um in ungezwungener Atmosphäre high potentials in die Unternehmen zu bugsieren, wandert in New York jetzt das geballte Wissen in den Club. Genauer: den Secret Science Club, der monatlich in Brooklyns In-Club Bell House stattfindet. Im Rahmen dieser Partyreihe der besonderen Art werden bei Drinks und – etwas gedämpften – Clubsounds wissenschaftliche Themen vorgestellt und diskutiert – der Main Act des Abends ist jeweils ein Neurowissenschaftler, ein Astrophysiker oder ein Gen-Experte. Zum Beispiel der Biologe Dr. Dickson Despommier, der in Zukunft “vertikale Farmen” in Großstädte bauen will, damit sich die Metropolenbevölkerung ohne Garten ihr Gemüse mitten in der Stadt anbauen kann (wer mehr darüber wissen will, klicke hier – im PDF befindet sich ein Beitrag dazu).
Und während hierzulande dröge Vorträge in drögen Sälen vor schlummerndem Publikum stattfinden, wird dort spannendes Wissen da vermittelt, wo kreative Leute sich ohnehin gern aufhalten. Im Club.
Lost and Sound: Schlendern durch Techno-Berlin mit Tobias Rapp
Als Abschluss unserer völlig ungeplanten Blogreihe zum Thema Berlin nun ein Buch, das in ganz wunderbarer Weise den Phänomenen Techno, Feiern, Club- und Musikkultur beim Passieren über die Schulter schaut: Lost and Sound. Den Drink in der Hand, mit wippender Hüfte, schlendert Autor Tobias Rapp durch die neue, für das ungeschulte Auge nicht auffällige Partymeile Berlins vom Alex bis zur Warschauer Straße. Er besucht die Technokathedrale Berghain, den “Zirkus” Bar 25, das schicke Watergate und das Week12End. Unterwegs kommen bei Rapp viele Impulsgeber dieser besondersten aller Clublandschaften zu Worte: Ricardo Villalobos, Christoph Klenzendorf oder Tresor-Ikone Dimitri Hegemann.
Aber auch darum geht es: Um Druffis und Durchis. Um die Rave-Mama, die immer noch feiern geht, während ihre ins Partyalter kommende Tochter sich zu Hause Sorgen macht. Um französische Jungschnösel, die die Clubs leertrinken, spanische Feierfreundeskreise und britische Electroboys, die das Clubprogramm des Wochenendes im Vorfeld auswendig gelernt haben. Sie alle kommen freitags eingeflogen: 10.000 Easyjetset-Raver sind es an einem Wochenende, schätzt Rapp. Umgekehrt muss der Berliner DJ gar nicht mehr für ein paar Euro in der Hauptstadt spielen, sondern fliegt – auch mit dem Billigflieger – für eine gute Gage zum Auflegen in europäische Destinationen. Er ist heuer gefragt: Er kommt aus Berlin. Und zu Hause wiederum, in der Bar 25, spielen alle DJs für pauschal 200 Euro. Auch Kaliber eines Richie Hawtin, die so die Haftung zur Basis der Szene wahren und es genießen, einfach mal der Typ zu sein, der gerade auflegt.
Rapp ist mit phänomenologischer Beobachtungsgabe und echter Leidenschaft unterwegs. Da werden feine Binnendifferenzen zwischen den Berghain-Residents Marcel Dettmann und Ben Klock austariert – und die Beschreibung ihrer Stammlocation ist eine seitenlange Hommage an das wahre Feiern. Man merkt: Da hat ein Raver im Herzen sein Büchlein dabei gehabt, hat hie und da was reingeschrieben und ist dann noch mal eine Runde tanzen gegangen. So liest sich Techno am besten.
Tobias Rapp: Lost and Sound
Berlin, Techno und der Easyjetset
250 Seiten, 8,50 EUR
Suhrkamp Verlag
Mjunik Disco: Bildband über 60 Jahre Münchener Clubkultur
Wussten Sie, dass der legendäre Club P1 in München in diesem Jahr seinen 60. Geburtstag feiert? 1949 eröffnete die Location im Haus der Kunst auf der Prinzregentenstraße – und legte damit den Grundstein für eine Clubkultur in der Stadt. Seitdem ist viel passiert: Die “swinging Sixties” mit Revolutionsromantik. Die glamourösen Seventies, in denen sich München zur global beachteten Disco-Stadt mit Clubs wie Big Apple, Blow Up, Sugar Shack oder Charly M. entwickelte: Der Produzent Giorgio Moroder trug maßgeblich zum “Munich Sound” bei. Die Stones und Queen gehen in den Clubs aus. Dann die Achtziger: Kir Royal, New Wave und die berüchtigte Schickeria halten Einzug. In den Neunzigern kommt Techno auf, der noch weitgehend unbekannte DJ Hell spielt jeden Mittwoch im Grössenwahn – nicht selten für sich ganz allein. Und heute: mit Clubs wie der Ersten Liga, der Roten Sonne oder der Registratur ist München auch im 21. Jahrhundert spannend – wir berichten auf unserer München-Seite regelmäßig aus dem Nachtleben. Die New York Times schrieb 2008 gar: »Germany’s hot spot of the moment«.
Anekdoten aus 60 Jahren Münchener Nightlife, einzigartige Bilder und Interviews mit Szene-Größen bietet das neue, 232 Seiten starke Buch “Mjunik Disco”. Herausgeber Mirko Hecktor: “Wir haben ein Jahr lang recherchiert. An die Betreiber der ersten Clubs der Stadt gelangten wir, indem wir ehemalige Geschäftsführer von Clubs interviewten – die wiederum kannten ihre Vorgänger-Generation. Und am Ende sitzt man bei einem Achtzigjährigen auf dem Sofa, der aus der Disco-Ära der Fünfziger Jahre berichtet!” Eine Zeitreise, durch die Clubkultur, die wir jedem Nightlife-Menschen – ob Macher oder Clubgänger – wärmstens empfehlen können.
Mjunik Disco
Von 1949 bis heute
Mirko Hecktor (Hrsg.)
Bildband, 232 Seiten, EUR 32
ISBN 978-3-936738-47-6
www.blumenbar.de
Wie man einen Club aufmacht: 330 Ritch, San Francisco
Alles Gute zum neuen Jahr! Wer noch keine Vorsätze getroffen hat – wie wäre es denn mit der Eröffnung eines Clubs? Dieses Video zeigt eine kurze Dokumentation zum Neustart des legendären Clubs 330 Ritch in San Francisco, da gibt es da schon einige Inspirationen, Business-Tipps und rechtliche Infos. Und wer weiß, vielleicht schiebt das Privatfernsehen nach “Mein Restaurant” im vergangenen Jahr bald “Meine Diskothek” nach?
Auspacken das ganze Jahr: Don´t Panic – Flyerpack deluxe
Heute ist Weihnachten. Da gibt es (hoffentlich) endlich wieder etwas zum Auspacken. In Berlin gibt es das schon ein paar Tage länger, und zwar mit dem hierzulande äußerst raren Premium-Flyer-Päckchen von Don´t Panic. Das ist vor allem in Großbritannien und Australien, aber auch in Spanien (inkl. Ibiza), Brasilien und weiteren Ländern erhältlich. In den Design-Packpapiertüten wartet erstens ein von Jungdesignern erstelltes Poster mit dem Visual zum online erhältlichen E-Magazin mit spannenden Inhalten aus der Popkultur. Zweitens bis x-tens zahlreiche weitere kleine Kostbarkeiten mit regionalem Bezug: liebevoll gestaltete Partyflyer, Poster, Sticker und Gimmicks. Wertig, nennen wir Agenturmenschen so etwas gerne. Und tatsächlich bieten die Macher des Flyerpacks auch einige innovative Formen der werblichen Einbringung an – in der vorliegenden Ausgabe “Machine” etwa einen als Aufkleber designten Sticker-Tag, der zur Landing Page eines Automobilherstellers führt.
Wer schon einmal zu den sonst üblichen, verheißungsvoll glitzernden Umverpackungen für Flyertütchen gegriffen hat und dann von den immergleichen ollen Partyflyern ebenso enttäuscht war wie der Blog-Autor, dem wird hier sicherlich das Herz aufgehen. Bleibt zu hoffen, dass Don´t Panic bald regelmäßig bei uns zu bekommen sein wird. Denn: Auspacken macht ja das ganze Jahr über viel Spaß…
Wir wünschen allen ein frohes Fest!
Das virtualnights-Team
Flyerflimmern: Ausstellung zur Flyer-Kultur in Essen
Vom Handzettel zum Kunstwerk: Der Flyer ist aus der elektronischen Clubkultur nicht mehr wegzudenken. In erster Linie als griffiges Blättchen gedacht, das über die nächsten Termine eines Clubs oder über ein kommendes Großevent informiert, hat es sich schnell auch als künstlerische Plattform etablieren können. Aus gutem Grund: Schönheit setzt sich ab und schafft ein visuelles Branding, das die musikalische Qualität unterstreicht. Bildauswahl, Typographie, Wortwahl und Ensemble schaffen popkulturelle Verortung.
Eine “große Geburtstagssause”, mit schrägem Wohnzimmerbild in Futura gesetzt, ist das nicht das Gleiche wie ein “B-day Bash” mit weichgezeichneten Partymäusen und Bank Gothic-Typo. Und ein betont häßlicher, billiger Flyer in Schwarzweiß plus Zusatzfarbe transportiert seine Information – zum Beispiel günstige Getränkeangebote oder ein trashiges Punkkonzert – womöglich authentischer, als wenn er in aufwändiger Vektorgrafik, 4c-Lack und Kartondicke daherkommt. Das Medium ist die Botschaft.Eine Ausstellung in unserer “homebase” Essen geht auf die örtliche Historie der Club- und Flyerkultur ein: Flyerflimmern zeigt Exponate von legendären Clubs wie Rote Liebe, Flamingo und Baikonur bis zu den aktuellen Platzhirschen Hotel Shanghai, Heldenbar und Goethebunker. Gezeigt werden zusammenhängende Club-Programme, Veranstaltungsreihen und extrem seltene Einzelstücke von Partys in Off-Locations. Wir freuen uns sehr darauf und werden die Ausstellung mit Fotos dokumentieren!
Flyerflimmern: Eine Ausstellung zu Essens Club- und Bar-Kultur
23.1.2009 – 30.1.2009 | Banditen wie wir | Cäcilienstr. 8 | Essen | jeweils ab 20 Uhr
Vernissage mit Einführung: 23.1.2009 | 20 Uhr | Eintritt frei
Hereinspaziert: Club zum Aufklappen in Singapur
Hereinspaziert, hereinspaziert: Bei diesem Club zum Aufklappen, der kürzlich in Singapur aufgebaut wurde, muss man in der Tat ein bißchen an Kirmesattraktionen denken. Nur in stylischer Variante. Das Aqua von der Firma Grandstand, die sich auf Pop-up-Konzepte spezialisiert hat, besteht aus drei Übersee-Containern, die beim Auseinanderklappen auf das Dreifache ihrer Größe “wachsen”. Der Containerclub hat dann eine Kapazität von bis zu 500 PAX! Licht- und Musiktechnik und die Ausstattung für das Food- und Beveragecatering sind mit an Bord. Im Grunde braucht der Club nur einen Stromanschluss und schon kann losgefeiert werden. Für unsere Breiten wäre er wegen der vielen offenen Flanken allerdings nur etwas für den Sommer. Sicherlich aber wird es ein solches Konzept bald auch hierzulande geben – als Promotion-Tool (z.B. für die kürzlich vorgestellten branded spaces) ist es geradezu ideal und wird in ähnlicher Form bereits von Southern Comfort in Australien eingesetzt.









