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Dancecult: Akademisches Projekt zur Techno, Rave und Co.
Das passt zur allgemein wachsenden wissenschaftlichen und künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Phänomen Dance Music: In Zusammenarbeit mit dem renommierten CCSR (Centre for Cultural Studies Research) der Universität East London haben Graham St. John und Eliot Bates das Projekt Dancecult aus der Taufe gehoben. Es besteht aus einer weltweiten Mailingliste zu Dance-relevanten Themen, einer Publikationsliste mit aktuell 285 Büchern und Artikeln rund um das Thema (teilweise online lesbar) sowie einer eigenen Zeitschrift, die sich zum Beispiel mit der Rave-Kultur in China (wir berichteten hier) befasst und einschlägige Veröffentlichungen wie den Film We Call it Techno rezensiert. Insgesamt eine überaus erfreuliche Sache und einen Bookmark wert!
Status quo der Medienlandschaft: Kompakter Vortrag von Clay Shirky
Kein anderer Internet-Denker unserer Zeit bringt die Dinge so auf den Punkt wie Clay Shirky (wir haben hier schon mal einen Vortrag präsentiert), der nie müde wird zu betonen, dass Technologie immer erst dann gesellschaftlich interessant wird, wenn sie technisch schon wieder fast “boring”, also langweilig geworden ist. Siehe die gegenwärtige Nutzung von Twitter rund um die Wahlen im Iran. Shirky selbst verdeutlicht dies am Beispiel des verheerenden Erdbebens in China 2008, wo Neuigkeiten über das Ereignis über Twitter augenblicklich bekannt wurden, während es beim vorherigen Beben in China noch drei Monate gedauert hatte. Ein kompakter Vortrag, in dem Shirky deutlich macht, dass die Anwendung neuer Medientechnologien die Menschen ermächtigt, wie es noch keine Epoche zuvor erlebt hat. Word.
Mehr davon: www.ted.com
In The Mix: Armin van Buuren bringt Spiel für die Nintendo Wii
Nach Gitarrenriffs und Karaokegesang geht es im Gamesbereich jetzt an die Decks: Trance-Superstar Armin van Buuren veröffentlicht im Herbst 2009 zusammen mit dem Spiele-Hersteller Foreign Media den Titel Armin van Buuren – in the mix für die Nintendo Wii – natürlich mit ihm selbst in der Hauptrolle. Der Spieler kann als virtueller DJ elektronische Dancemusic mixen und mit dem Publikum interagieren. Das Game wird viele von Armin van Buurens Master-Stücken enthalten, neues Material präsentieren sowie Künstler, mit denen der Holländer regelmäßig zusammenarbeitet. Der Spieler kann die enthaltenen Effekte, Loops und Einzelparts nutzen, um eigene Songs abzumischen. Armin van Buuren sagt: “Die Musikmix-Technologie hat in den letzten Jahren gigantische Fortschritte gemacht. Man kann heute dank der riesigen Auswahl an Songs und den unterschiedlichsten Effekten sehr viel mehr erreichen. Dieses Spiel zeigt einerseits, wie meine Arbeit als DJ tatsächlich aussieht, gestattet dem Spieler andererseits aber auch, seinen eigenen Stil einzubringen.”
Auch Activision, Produzent von Guitar Hero, ist in den Vorbereitungen für einen Mix-Titel: Auf der Homepage von DJ Hero stehen die Decks schon bereit. Wer Inspiration zur Vorbereitung braucht: Ein klasse Live-Video mit Armin van Buuren auf dem Amsterdam Dance Event 2008 gibt es hier.
Jeder Tag ist Dein Event: virtualnights startet Medienkampagne
Der Startschuß ist gefallen: Mit einer umfangreichen Kampagne in sämtlichen Mediengattungen (TV-Spot auf MTV, VIVA und Co., Printanzeigen, Radiowerbung, Online und Virals) positioniert sich www.virtualnights.com als die zentrale Anlaufstelle für die aktive Zielgruppe, wenn es um die Abend- und Wochenendplanung geht: Ob in den Club, aufs Konzert, mit Freunden ins Kino oder mit dem Date ins Restaurant – mit virtualnights sind die Nutzer perfekt informiert, was in ihrer Stadt läuft und welche Läden angesagt sind. Alles steht im Zeichen der aktiven Freizeitgestaltung. Das wird auch durch den Claim der Kampagne unterstrichen: Jeder Tag ist Dein Event. Unser Geschäftsführer Kai Brökelmeier dazu: „virtualnights stellt mittlerweile alle Facetten des Ausgehens dar. Vom Locationguide mit Userbewertung über den Ticketkauf für Partys und Konzerte bis hin zu sechs Millionen Partyfotos: In Sachen Ausgehplanung sind wir die Anlaufstelle Nummer eins im deutschsprachigen Web.“
Über unsere Medienkampagne wurde bereits auf Werben & Verkaufen, bei Kontakter und bei Meetinx berichtet. Schauen Sie sich unseren TV-Spot an – und für mehr Infos stehen wir gerne zur Verfügung!
Mjunik Disco: Bildband über 60 Jahre Münchener Clubkultur
Wussten Sie, dass der legendäre Club P1 in München in diesem Jahr seinen 60. Geburtstag feiert? 1949 eröffnete die Location im Haus der Kunst auf der Prinzregentenstraße – und legte damit den Grundstein für eine Clubkultur in der Stadt. Seitdem ist viel passiert: Die “swinging Sixties” mit Revolutionsromantik. Die glamourösen Seventies, in denen sich München zur global beachteten Disco-Stadt mit Clubs wie Big Apple, Blow Up, Sugar Shack oder Charly M. entwickelte: Der Produzent Giorgio Moroder trug maßgeblich zum “Munich Sound” bei. Die Stones und Queen gehen in den Clubs aus. Dann die Achtziger: Kir Royal, New Wave und die berüchtigte Schickeria halten Einzug. In den Neunzigern kommt Techno auf, der noch weitgehend unbekannte DJ Hell spielt jeden Mittwoch im Grössenwahn – nicht selten für sich ganz allein. Und heute: mit Clubs wie der Ersten Liga, der Roten Sonne oder der Registratur ist München auch im 21. Jahrhundert spannend – wir berichten auf unserer München-Seite regelmäßig aus dem Nachtleben. Die New York Times schrieb 2008 gar: »Germany’s hot spot of the moment«.
Anekdoten aus 60 Jahren Münchener Nightlife, einzigartige Bilder und Interviews mit Szene-Größen bietet das neue, 232 Seiten starke Buch “Mjunik Disco”. Herausgeber Mirko Hecktor: “Wir haben ein Jahr lang recherchiert. An die Betreiber der ersten Clubs der Stadt gelangten wir, indem wir ehemalige Geschäftsführer von Clubs interviewten – die wiederum kannten ihre Vorgänger-Generation. Und am Ende sitzt man bei einem Achtzigjährigen auf dem Sofa, der aus der Disco-Ära der Fünfziger Jahre berichtet!” Eine Zeitreise, durch die Clubkultur, die wir jedem Nightlife-Menschen – ob Macher oder Clubgänger – wärmstens empfehlen können.
Mjunik Disco
Von 1949 bis heute
Mirko Hecktor (Hrsg.)
Bildband, 232 Seiten, EUR 32
ISBN 978-3-936738-47-6
www.blumenbar.de
Entwicklungen der Werbespendings im Onlinebereich
Nielsen Media Research hat seine Zahlen für die Ausgabe in klassischen Above-the-line-Medien veröffentlicht (Zeitraum: Januar bis September 2008). Aus dem nur geringen Gesamtwachstum von 0,8% gegenüber dem Vorjahreszeitraum sticht die Onlinewerbung deutlich heraus: Mit einem Plus von 37,2 % (Umsatz von über 1 Mrd. Euro) liegt sie im Ranking der Medien jetzt an vierter Stelle und hat das Radio überholt. Einige für uns relevante Bereiche stiegen deutlich an: In der “sonstigen Werbung” lag die Steigerung bei 160,6 % auf 114 Mio Euro. Im Freizeit- und Sportsektor betrug das Plus gut 200 % auf 500 Tsd. Euro, bei Getränken 98 % auf 17,8 Mio Euro, bei Medien 63 % auf 31,8 Mio Euro, bei Unterhaltungselektronik 20,3% auf 2,2 Mio Euro und bei Textilien und Bekleidung 44 % auf 2,1 Mio Euro.
Quelle: G+J Media Sales, Nielsen Media Research
Flyerflimmern: Ausstellung zur Flyer-Kultur in Essen
Vom Handzettel zum Kunstwerk: Der Flyer ist aus der elektronischen Clubkultur nicht mehr wegzudenken. In erster Linie als griffiges Blättchen gedacht, das über die nächsten Termine eines Clubs oder über ein kommendes Großevent informiert, hat es sich schnell auch als künstlerische Plattform etablieren können. Aus gutem Grund: Schönheit setzt sich ab und schafft ein visuelles Branding, das die musikalische Qualität unterstreicht. Bildauswahl, Typographie, Wortwahl und Ensemble schaffen popkulturelle Verortung.
Eine “große Geburtstagssause”, mit schrägem Wohnzimmerbild in Futura gesetzt, ist das nicht das Gleiche wie ein “B-day Bash” mit weichgezeichneten Partymäusen und Bank Gothic-Typo. Und ein betont häßlicher, billiger Flyer in Schwarzweiß plus Zusatzfarbe transportiert seine Information – zum Beispiel günstige Getränkeangebote oder ein trashiges Punkkonzert – womöglich authentischer, als wenn er in aufwändiger Vektorgrafik, 4c-Lack und Kartondicke daherkommt. Das Medium ist die Botschaft.Eine Ausstellung in unserer “homebase” Essen geht auf die örtliche Historie der Club- und Flyerkultur ein: Flyerflimmern zeigt Exponate von legendären Clubs wie Rote Liebe, Flamingo und Baikonur bis zu den aktuellen Platzhirschen Hotel Shanghai, Heldenbar und Goethebunker. Gezeigt werden zusammenhängende Club-Programme, Veranstaltungsreihen und extrem seltene Einzelstücke von Partys in Off-Locations. Wir freuen uns sehr darauf und werden die Ausstellung mit Fotos dokumentieren!
Flyerflimmern: Eine Ausstellung zu Essens Club- und Bar-Kultur
23.1.2009 – 30.1.2009 | Banditen wie wir | Cäcilienstr. 8 | Essen | jeweils ab 20 Uhr
Vernissage mit Einführung: 23.1.2009 | 20 Uhr | Eintritt frei
picnic 2008 im Amsterdam: digitale Zukunft live!
virtualnights war dieses Jahr zum ersten (und sicher nicht zum letzten) Mal auf dem picnic in Amsterdam, einer Mischung aus Barcamp und Konferenz für die digitale Zukunft. Der Claim “Create the future” wurde wahrhaft beherzigt: Von Fablabs über Bridge Blogging-Projekte hin zu digitalen Stadtprojekten wurde verdeutlicht, wie sehr digitale Netzwerke unseren zukünftigen Alltag bestimmen werden – überall.
Unter dem Claim “The Internet of Things” wurden beispielsweise zwei Geschäftsmodelle vorgestellt, die das Web mit einem physischen Produkt verbinden: Michael Tchao von Nike + stellte vor, wie Nike mit seinem Laufschuh über den iPod als Laufdatenspeicher zur weltgrößten Läufer-Community geworden ist, indem sich die Jogger in reellen (z.B. Freundeskreise) und virtuellen Teams (wer ist sportlicher – Nord- oder Südlondon?) organisieren. Rafi Haladijan von Violet ist Erfinder des längst weltberühmten Internethasen Nabaztag und stellte auf der Konferenz seine nächste Entwicklung vor: den Mirr:or. Das ist ein “Spiegel”, der jeden Gegenstand über sogenannte Ztamps, das sind Etiketten mit der neuen, auf der Veranstaltung omnipräsenten RFID-Technik, mit dem Web verbinden kann – ein Regenschirm, der Wettervorhersagen machen kann, Toaster, die Bilder aus dem Web aufs Brot bräunen… das Web wird zu einer digitalen Haut, einem Layer, der sich über unser Leben legt. Kein Einloggen mehr, sondern Reinschlüpfen. Sehr interessant und im Detail hier nachzulesen.Besonders interessant für uns natürlich die Themen Social Communities und Music. Kannten Sie schon den Begriff “frienden”? Damit wird die Tätigkeit des Freundemachens (-produzierens) im Web beschrieben. Auf die mitunter inflationären Ergebnisse des “friendens” – wer sind eigentlich noch meine Freunde, wenn ich Tausende von Leuten “adde”? – ging Matt Jones von Dopplr ein. Hier seine Slideshow.
In Sachen Musik wurde die Zukunft in 12 bis 18 Monaten geradezu festgenietet: Dann nämlich, da ist Futurist Gerd Leonhard sich sicher, wird die digitale Musikflatrate da sein. Mit jedem Handyvertrag gibt es unlimitierte, DRM-freie Musik dazu. Das persönliche Radio fürs Mobiltelefon. Hier seine Präsentation.
Last but not least unbedingt angucken: Twones, ein neuer, übersichtlicher Weg, seine Musik online zu organisieren – selbst eine MySpace-Playlist ist möglich und eines der überzeugendsten Webmusic-Angebote seit Last.fm.
Viele weitere Vorträge, Workshop-Summarys, Videos und Bilder sind auf der picnic-Seite zu sehen und zu lesen – schauen Sie mal rein! Unser Tipp für alle, die mal eine inhaltlich spannende und atmosphärisch entspannte Web-Konferenz erleben wollen: nächstes Jahr picknicken gehen!
www.picnicnetwork.org
Womit transportiere ich Musik? Neue Töne auf der c/o pop
Das war sie schon wieder für 2008, die mittlerweile wichtigste Musikmesse des Landes: die c/o pop in Köln. Neben zahlreichen Partys, von denen wir hier Bilder zusammengestellt haben, gab es auch auf der conference c/o pop Spannendes für uns zu hören. Nach Jahren der Musikkrise und des sorgenvollen Blicks in die Zukunft der Branche gab es dieses Mal Aufmunterndes zu hören. So stellte Dom Hodge von Frukt Music, einer englischen Agentur, die Industriepartner bei der Aktivität im Konzert- und Festivalgeschäft berät, fest: “Music is bigger than ever. More music, more artist, more touchpoints. It´s not trouble time, it´s a different time. The future for the industry is bright!”. Und auch Dieter Gorny, Gründer des TV-Senders VIVA und Ex-Chef der Pop.komm, hatte Gutes zu vermelden: “Musik spielt heute in allen Kontexten eine Rolle. TV, Radio, Internet, MP3 – womit transportiere ich Musik? Egal! So, wie der Kunde sie haben will. Wir müssen ihn nur da abholen, wo er gerade ist.” Es scheint, als sei das große Zauberwort Medienkonvergenz nun auch in der Musikwelt angekommen. Die Messe geht mit gutem Beispiel voran und präsentiert mit c/o pop TV zeitgemäßes Internetmusikfernsehen, Musikfernsehinternet bzw. Fernsehinternetmusik, auf dem Clips von der Messe, den Partys und Konzerten und vieles mehr zu sehen sind. Wir freuen uns auf 2009!
Neues Ambient Media-Tool: Super Mirror
Eine interessante neue Werbeform sind die Super Mirrors: Aus der Distanz betrachtet, sehen sie aus wie hinterleuchtete Plakatflächen. Kommt der Betrachter näher, nimmt ein Bewegungsmelder den Kontakt wahr und die Werbebotschaft verblasst, bis die Flächen zu Spiegeln geworden sind. Je nach Abstand ist das Tool also ein Plakat, ein Spiegel oder beides. Aktuell werden Super Mirrors in der Hamburger Szenegastro für die Bewerbung des neuen Beck´s ice eingesetzt. Wer also in einem Club ein nettes Mädel sehen sollte, die sich offenbar seltsamerweise vor einem Werbeplakat den Lidstrich nachzieht – einfach mal näher rangehen…







