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  • Raven in China: c/o pop lotet den Zukunftsmarkt aus

    Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch China vom Rave-Virus infiziert wird – man denke nur an die Erfolge, die Sven Väth und Co. in Japan feiern. Vorbote ist oben zu sehende Veranstaltung aus dem Mai in Peking, wo Chris Liebing, M.A.N.D.Y. und die Italoboyz es schon mal krachen ließen. Die diesjährige c/o pop beschäftigt sich mit dem Zukunftsmarkt Fernost: Unter dem Motto China 2.0 werden Anja Goette (Kulturmanagerin des Deutschen Pavillons auf der EXPO 2010 Shanghai), Jean Hsiao Wernheim (Head of International A-Peer Synergy Group), Nee-Bing (Lychee Productions – führendes Music/Multimedia Arts Promotion Team in China sowie Mumu Wang (Kulturmanagerin am Goethe Institut Peking) über dieses spannende Thema diskutieren. Notabene: Es gibt immer mal wieder Künstler, die hierzulande unter ferner laufen und in Asien Megastars geworden sind. Wer das nicht glauben mag, schaue sich einfach die Videos auf der MySpace-Seite von Maximilian Hecker an. Warum sollte das nicht auch DJ X aus Y schaffen können und demnächst in Peking statt nur in Paderborn spielen?

    Mehr zur c/o pop Convention hier.

  • Tresor.award 2009: bester Nachwuchs-DJ gesucht

    Traumjob DJ: Hinter den Decks zu stehen, liegt derzeit auf Platz Sieben jugendlicher Berufsziele. Die Berliner Techno-Institution Tresor hat es sich nun zur Aufgabe gemacht, talentierte und ambitionierte Nachwuchs-DJs zu finden und zu fördern. Basis dafür war die Idee von zwei Musik– und Medienmanagement-Studenten des L-4 Instituts Berlin. Sie beschlossen im Rahmen ihres Diplomprojektes, den Tresor.award 2009 ins Leben zu rufen. Dieses Projekt soll nationalen Plattendrehern die Chance geben, einen Schritt nach vorn in ihrer Entwicklung zum professionellen DJ zu machen.
    Am 3. August geht es los: Interessenten können auf www.tresorberlin.de ihr 30-Minuten-Promoset hochladen. Eine Fachjury (bestehend u.a. aus Musikjournalisten, Bookern und DJs) kürt aus dem Bewerberpool 18 Finalisten, die ab Oktober acht Wochen lang vor internationalem Techno-Publikum ihr Können unter Beweis stellen. Pro Abend treten drei der 18 DJs gegeneinander an und am Ende jeweils drei der sechs Besten. Die beiden Gewinner dürfen sich dann “Rookies of Tresor” nennen, sie erwartet eine exklusive einjährige Betreuung durch das Label Tresor, inklusive Coachings, Promopackage und weitere nationale Bookings.

    Mehr Informationen hier und auf www.tresorberlin.de

  • Cassius back in the house: Label und Kopfhörer im Gepäck

    Die französischen Filterhouse-Helden Cassius – man erinnere sich an Cassius 1999 – sind zurück. Und das nicht nur mit einer neuen Single, die den programmatischen Namen Youth, Speed, Trouble, Cigarettes trägt, sondern gleich auch einem eigenen Label, Cassius Records (noch nicht online, Link wird nachgereicht). Und noch etwas haben sie im Gepäck, das man nicht alle Tage sieht: eigene Kopfhörer, die in der Kollektion von WESC erscheinen. Les voilà und welcome back!

  • United Respect: Satelliten-Event auf der Kölner Spielemesse gamescom

    United Respect (wir haben das Mega-Event mit News und Bildern dokumentiert) geht in die nächste Runde und präsentiert sich ihm Rahmen der Spielemesse gamescom, die vom 19. bis 23. August 2009 zum ersten Mal Einzug in Köln hält. Am Samstag, 22. August, sollen in der LANXESS arena 12.000 Games-Begeisterte mit einem Superstar-Lineup gelockt werden: David Guetta (der aktuell mit der Single „When love takes over“ zusammen mit Destiny´s Child-Mitglied Kelly Rowland die Charts erobert), Axwell von der „Swedish House Mafia“, die wie Guetta´s Partyreihe F*** Me I´m Famous wöchentlich im Pacha auf Ibiza gastiert, sowie Hell, Gründer und Inhaber von International Deejay Gigolos und ausgewiesener Disco-Soundexperte.
    Die Macher der Unitedrespect versprechen zudem “eine unglaubliche Inszenierung an Light-, Pyro- und Soundtechnik” sowie eine 30 Meter breite Bühne – mit integriertem VIP-Bereich und eigenem Dancefloor – und inszeniert durch Rück-Projektionen und LED-Flächen. Ein dickes Event also, dass für einen indoor eher wenig bespielten Monat wie den August ins Haus steht. In Kürze mehr auf virtualnights!

    Mehr Infos: www.unitedrespect.de

  • 125 Stunden aufgelegt: DJ Alan D bricht Weltrekord

    Da kann kein Sven Väth dieser Welt mithalten: Satte 125 Stunden hatte der Schotte Alan D hinter den Decks verbracht, bis er am 13. Juni die letzte Platte auf den Teller seiner Residency, der Zico Bar in Wishaw (Schottland), legte. Auch ein Weg, sich aus der Anonymität der “Grundversorger-DJs” abzuheben. Alan D durfte, so sah es das Reglement vor, fünf Minuten pro Stunde pausieren. Die sparte er sich zwischenzeitlich auf, sodass er einmal für zwei Stunden die Augen zumachen konnte. Bleiben immer noch fast drei Tage wach übrig, und das zweimal hintereinander! Die Erlöse, die im Rahmen dieser musikalischen wie körperlichen Grenzerfahrung zusammenkamen, gehen an die britische Krebsforschung. Den bisherigen Rekord – immerhin bereits 116 Stunden – hielt der zypriotische DJ Gee Papa. Vielleicht sollte man auf Berliner Afterhours einfach mal einen Notar platzieren. Dort vergeht die Zeit mitunter so im Fluge, dass der Rekord quasi en passant gebrochen werden könnte…

    www.zicobar.co.uk

  • International Music Summit 2009: das virtualnights-Review

    Jetzt liegt er schon wieder hinter uns, der International Music Summit auf Ibiza, der 2009 zum zweiten Mal stattfand. virtualnights erlebte drei aufschlussreiche Tage im Gran Hotel am Hafen von Eivissa. Back to Business: Dem Motto, das die Veranstalter rund um DJ-Legende Pete Tong (hier ein virtualnights-Interview aus 2008) dem Event auf die Fahnen geschrieben hatten, wurden die zahlreichen Panels, Interviews und Sonderveranstaltungen allesamt mehr als gerecht. Mit wem man auch sprach, jeder der 400 Konferenzteilnehmer schien vom Niveau der Konferenz begeistert: “Miami ist Party, IMS ist Business”, brachte es Louis Puig vom Space Miami auf den Punkt.
    Erwartungsgemäß zog sich eine Frage wie ein roter Faden durch die Themenblöcke: Wie geht die Musikindustrie und speziell Ibiza mit der Wirtschaftskrise um? Antworten zur Musikindustrie: Für Labels und Künstler werden digitaler Vertrieb, 360-Grad-Deals, aber auch bislang eher wenig genutzte Erlösquellen wie Lizenzierung der Musik für Filme, Spiele, Werbung und andere Kanäle immer wichtiger. Musikbusiness-Guru Ted Cohen betonte allerdings: „Die Rezession hat einen Markt geschaffen, der eher song- als künstlerbasiert ist.“ Sprich: In der Krise wird Cherrypicking betrieben; es wird eher ein Track als ein Album gekauft. Folglich muss es darum gehen, das Hit-Geschäft nicht aus den Augen zu verlieren – ein in Long Tail-Zeiten schon fast vergessen geglaubtes Konzept. Wie gut das funktionieren kann, beweist Infinity 2008 von Guru Josh, den wir auf dem IMS interviewt haben. Auf sage und schreibe 190 Compilations ist der Track zu finden und ist – ein Jahr nach Veröffentlichung in Deutschland – und klettert gerade die US-Dancecharts hoch. Paul Walden aka Guru Josh dazu: “Unglaublich, oder? Ich meine, die Nummer heißt Infinity 2008. Wir haben 2009. Juni! Dass so etwas überhaupt vom Namen her funktionieren kann… aber der Track hat halt etwas Magisches. Und viele jüngere Leute kennen das Original gar nicht, weil sie einfach später geboren sind, die jetzige Version ist ihr erster Kontakt mit Guru Josh. Hier in Spanien bin ich unter den Kids bekannt wie ein bunter Hund, weil ich in der Klingeltonwerbung zu sehen bin.”
    Und wie geht Ibiza mit der Krise um? Viele Konferenzteilnehmer vermuten, dass es hart wird für die Clubszene. Freier Eintritt im teuersten Monat August, reduzierte Getränkepreise, und neue Partyreihen, die so schnell verschwinden, wie sie auftauchen – darüber diskutierten die Branchenkenner. Doch ein Verband, der die Interessen der viel Geld in die Kassen spülenden Tanzgastronomien (Sperrstunden, Personenkapazität, Outdoorbereiche…) gegenüber der zuletzt rigide agierenden Inselverwaltung vertritt? Was in Berlin und anderen Städten längst existiert, ist auf Ibiza in weiter Ferne. Ibiza, das ist bekannt, ist keine einheitliche Partyinsel, sondern besteht aus mitunter spinnefeinden Regionalfürsten. Man wird sehen, wie lange diese Haltung bestehen kann in Zeiten, wo eine Branche eigentlich geschlossen auftreten müsste. Die Partyreihe Cream im Amnesia jedenfalls legt vor und reduziert seine Ticketpreise um bis zu 40%. Sind die fetten Jahre vorbei? Eine Konsolidierung soll ja noch keiner Branche dauerhaft geschadet haben – und ihren Kunden, hier also Musik- und Partyfans, dürfte es recht sein. Back to the roots, back to the music: „Die Musik selbst wird jetzt zum ultimativen Marketingtool, nicht die Promotion drumherum. Durch die Präsenz der Musik im Internet kann jeder heute sehr genau nach seinem Geschmack wählen“, so Label-Consultant und Ex-London Records-Besitzer Peter Koepke. Heißt aus Business-Sicht: Das Produkt, der DJ, der Künstler ist die Marke selbst. Gute Musik ist besser.
    Die virtualnights-Highlights des IMS: Richie Hawtins provozierende und erfrischende Aussagen im Keynote-Interview, das anekdotenreiche Panel-Auftritt von Louis Puig (Space, Miami), das Showcase Rekids vs. Barraca im Grial, das „Underage Clubbing“-Konzept Let´s Go Crazy von Callum Negus-Fancey, der faszinierende Reactable und last but not least der glückliche Blick des Guru Josh-Saxophonisten, nachdem unsere Fotoscouts Alexander Fischer und Frederick Jäger seine von ihm versehentlich gelöschten Tourneebilder der letzten drei Monate erfolgreich wiederherstellen konnten. Wir kommen wieder: IMS 2010 findet vom 26. bis 28. Mai statt. Mehr Bilder vom IMS in Kürze!

    www.internationalmusicsummit.com

    Konferenzvideos vom IMS gibt es hier

  • Walkcast: Dance-Artists machen Mix zum Gehen

    Zu Fuß gehen ist gesund, schont die Umwelt und den Geldbeutel. Und damit es unterwegs nicht langweilig wird, haben eine ganze Reihe elektronischer Künstler, unter anderem Howie B. und Tugg (von Basement Jaxx), Tracks zu einem sechzigminütigen “Walkcast” beigetragen, der mit gemütlichen 105 BPM daherkommt. Der Soundtrack für den nächsten Gang durch die Gemeinde kann hier kostenlos heruntergeladen werden:

    www.dothegreenthing.com/content/walk_105_the_musical_walkcast

    1. Animat : Hummingbird Highway
    2. Input Junkie : Amble
    3. Howie B : Walk About
    4. Cantoma : Maja
    5. Five Minute Pop Promo : Steve Hawkins
    6. Tuggy : Drum mix
    7. Pitch Black : Lost in Translation (International Observer meets Horace)
    8. AGK : Velada (Ackers & G mix)
    9. Chris Pettit : Thirst
    10. Alucidnation : Lazy Bastard
    11. Lol Hammond / Roger Eno : Hip hop flipperty flop
    12. Jake Bickerton : Walking Tour of Wissant
    13. Jon Hopkins : Glasstop
    14. R.O.C. : Balloon
    15. Laura B : Walk to work
    16. The Soundbeams : Blue Dream Mix
    17. Roger Eno : Appollonius

  • Lost and Sound: Schlendern durch Techno-Berlin mit Tobias Rapp

    Als Abschluss unserer völlig ungeplanten Blogreihe zum Thema Berlin nun ein Buch, das in ganz wunderbarer Weise den Phänomenen Techno, Feiern, Club- und Musikkultur beim Passieren über die Schulter schaut: Lost and Sound. Den Drink in der Hand, mit wippender Hüfte, schlendert Autor Tobias Rapp durch die neue, für das ungeschulte Auge nicht auffällige Partymeile Berlins vom Alex bis zur Warschauer Straße. Er besucht die Technokathedrale Berghain, den “Zirkus” Bar 25, das schicke Watergate und das Week12End. Unterwegs kommen bei Rapp viele Impulsgeber dieser besondersten aller Clublandschaften zu Worte: Ricardo Villalobos, Christoph Klenzendorf oder Tresor-Ikone Dimitri Hegemann.

    Aber auch darum geht es: Um Druffis und Durchis. Um die Rave-Mama, die immer noch feiern geht, während ihre ins Partyalter kommende Tochter sich zu Hause Sorgen macht. Um französische Jungschnösel, die die Clubs leertrinken, spanische Feierfreundeskreise und britische Electroboys, die das Clubprogramm des Wochenendes im Vorfeld auswendig gelernt haben. Sie alle kommen freitags eingeflogen: 10.000 Easyjetset-Raver sind es an einem Wochenende, schätzt Rapp. Umgekehrt muss der Berliner DJ gar nicht mehr für ein paar Euro in der Hauptstadt spielen, sondern fliegt – auch mit dem Billigflieger – für eine gute Gage zum Auflegen in europäische Destinationen. Er ist heuer gefragt: Er kommt aus Berlin. Und zu Hause wiederum, in der Bar 25, spielen alle DJs für pauschal 200 Euro. Auch Kaliber eines Richie Hawtin, die so die Haftung zur Basis der Szene wahren und es genießen, einfach mal der Typ zu sein, der gerade auflegt.

    Rapp ist mit phänomenologischer Beobachtungsgabe und echter Leidenschaft unterwegs. Da werden feine Binnendifferenzen zwischen den Berghain-Residents Marcel Dettmann und Ben Klock austariert – und die Beschreibung ihrer Stammlocation ist eine seitenlange Hommage an das wahre Feiern. Man merkt: Da hat ein Raver im Herzen sein Büchlein dabei gehabt, hat hie und da was reingeschrieben und ist dann noch mal eine Runde tanzen gegangen. So liest sich Techno am besten.

    Tobias Rapp: Lost and Sound
    Berlin, Techno und der Easyjetset
    250 Seiten, 8,50 EUR
    Suhrkamp Verlag

    Leseprobe hier!

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